Willkommen zum Jahresabschluss von Track17. Hier findet ihr alle Listen, Texte und Playlists für die beste Musik 2018. Hier geht’s um die besten Compilations und Reissues des Jahres. Es folgen die Top 40 EPs, die Top 100 Songs und die Top 50 Alben.

REISSUES 2018

Für die Reissues gilt eine Regel: Kannte ich die Platte schon vorher, fliegt sie, da der Repress eher ein haptischer Service gewesen ist (z.B. wurde in diesem Jahr das sensationelle Album „Kunststoff“ von AVA. neu aufgelegt. Da diese Platte aber ohnehin schon seit Jahren bei mir ganz oben steht, lasse ich sie hier weg). Diese 10 Platten stehen für Neuentdeckungen, welche durch den Repress erst ermöglicht wurden. Und genau das ist ja Sinn und Zweck der Sache.

Natürlich ist die Liste mal wieder japanisch geprägt. Die in den Podcasts besprochenen Alben von Hiroshi Sato und dem Hiroshi Fukumura Quintet führen die Liste wie erwartet an. „Orient“ war zu Beginn des Jahres ein echter mindfuck. Dieser experimentelle Synth-Pop mit Sonnengarantie und diesem wahnwitzigen Cover konnte nur geliebt werden, ähnliches gilt für die Jazz-Cover auf „Morning Flight“ und den fetten Fünferpack von Light In The Attic, die fünf ausgewählte Platten von Haruomi Hosono erstmals außerhalb Japans veröffentlichten. Essential nennt man das.

So schmierig es auch klingt, aber weiter als mit „Wayang“ von Suba kommt man übrigens über seinen Tellerrand nicht mehr hinaus. Ich warte auf die zehn-teilige Doku-Serie zu der abgefahrenen Platte. Ebenfalls toll: Marrokanischer Rap von Shams Dinn, weirde Ambient-Synth-Experimente von G.B. Beckers, die ebenso wie die zweite Fuhre von Richenel-Classics über die immer genialen Music From Memory veröffentlicht wurden, softe Sommermusik von Atlas und harte Kellermusik von Christoph De Babalon. Captured Tracks hat zum Label-Jubiläum außerdem den unentdeckten 80s-Wave-Pop von Saada Bonaire ausgegraben.

01) Hiroshi Sato // Orient (We Want Sounds)
02) Hiroshi Fukumura Quintet // Morning Flight (Le Très Jazz Club)
03) Haruomi Hosono // Omni (Light In The Attic)
04) Suba // Wayang (Offen Music)
05) Saâda Bonaire // st (Captured Tracks)

06) Shams Dinn ‎// شمس دين (Smiling C)
07) Christoph De Babalon // If You’re Into It, I’m Out Of It (Cross Fade Entertainment)
08) Atlas // Breeze (Studio Mule)
09) G.B. Beckers // Walkman (Music From Memory)
10) Richenel // Perfect Stranger (Music From Memory)


COMPILATIONS 2018

Dieses Jahr hat das Konzept der Compilations ofenbar noch mehr Perspektiven zu bieten als sonst. Labelschaus, Geburtstage, Genreübersichten, das Ausbuddeln und Bündeln unentdeckter Spätberufener.

Music From Memory ist für den vermeintlich wichtigsten Release des Jahres verantwortlich und hat mit dieser stilsicheren Schatzkiste das Wort Pop auf vier Plattenseiten ca. alle fünf Minuten neu erfunden. Auch Mule Music und Jura Soundsystem kuratierten selten bis nie gehörte Außenseitermusik aus Japan und dem Rest der Welt. Wer „Midnight In Tokyo“ gehört hat, kann sich die Reise fast sparen. Dass die Jazz-Szene Japans bei der ganzen Nippon-Aufarbeitung nicht zu vergessen ist, beweist die komplett wahnsinnige J-Jazz-Compilation.

Studio Barnhus und Timedance haben jeweils die Labelschau nahezu in Perfektion dargestellt, gerade Barnhus gehört unter den Labels endgültig zu den Mainplayern. Die „Kreaturen der Nacht“ von JD Twitch holen sich die Nuggets der schwarz-weißen NDW-Seele, Martyn (der dieses Jahr ohnehin abgeräumt hat) kompilierte zusammen mit Steffi die bislang beste Ausgabe der unaufgeregten „Air Texture“-Reihe mit allem, was die Basswelt vor einer Dekade erstmals ausspuckte und Efdemin hat den ultimativen Hybriden aus Album und DJ-Mix gebaut und dabei den Gamechanger gespielt.


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