Willkommen zum Jahresabschluss von Track17. Hier findet ihr alle Listen, Texte und Playlists für die beste Musik 2018. Hier geht’s um die besten EPs, 12er und Singles des Jahres. Es folgen die Top 100 Songs und die Top 50 Alben, in Teil 1 haben wir die Top 10 Reissues und Compilations vorgestellt.

Hier kommt ihr direkt zu der Spotify-Playlist für die TOP 40 EPS 2018. Die Playlists zu den Songs und Alben folgen.

Ein kurzer Einblick in den Sortierprozess dieser Listen. Da wird tagelang versucht, die Liste irgendwie auf 30 einzustampfen, Platten werden rausgeworfen, dann aber wieder gehört, betteln und batteln um Plätze. Es ist aber auch schwierig. Da hilft nur die Flucht nach vorne. Denn gerade in dem Sektor der 12er und EPs wurde 2018 Monat für Monat abgeliefert, es konnte so letztlich nur eine Top 40 daraus entstehen.

01
Martyn
Angels EP

Dolly


Es gibt keine Track17-Liste, die in diesem Jahr auf Martin Dijkers verzichten möchte. Auch die vor seinem neuen Album veröffentlichte EP auf Dolly überzeugt mit Tracks, die man unter „back to the roots“ verbuchen könnte. Dunkle Garage-Roller, die das Tempo mitnehmen und die alten Bass-Tage aufleben lassen. Drei Tracks, drei Hits. Die EP des Jahres.

02
Girl In Red
Chapter 1

self-released


Eine der Entdeckungen des Jahres. Immer wieder hat die 19-Jährige Norwegerin Marie Ulven verträumten, tanzbaren und manchmal wenig positiv gestimmten Indie-Pop veröffentlicht, der zwischen Teenage-Angst, queeren Gefühlen und dem Großen und Ganzen angesiedelt ist, aber in jedem – aber wirklich jedem – Song maximales Ohrwurmptenzial ausspielt.

03
Pangaea
Bone Sucka

Hessle Audio


Zwei echte Banger hat der seit knapp einer Dekade in diesen Plattenregalen auftauchende Pangaea hier gezimmert. Der Old-Skool-Break inmitten dieses instant zündenden Überhits auf der A überlässt der Bass-Musik eine rosige Zukunft. Auch der eher in den Techno abdriftende B-track lässt nicht locker.

04
Benedek
Earlyman Dance EP

Second Circle


Der im Dschungel vor sich hin schwitzende Boogie-House mit diesem unfassbar genialen Bläser-Sample ist der grandioseste Audio-Exorzismus, den man dieses Jahr finden kann. Und die restlichen Tracks docken an die in diesem Jahr selten so gut gespielte Variation von Boogie-House auf dem Music-From-Memory-Sub fast ebenso genial an.

05
Aphex Twin
Collapse EP

Warp Records


Wer Richard D. James nach dieser abenteuerlichen EP immer noch den Verwaltungsmodus vorwirft, den man nach den ersten Post-Syro-Releases vernehmen konnte, sollte die Ohren vielleicht noch einmal über diesen nur von ihm möglichen Flummi-Techno stülpen. Er muss ja nicht mehr, freuen wir uns aber darüber, dass er will.

06
Phaserboys
Phaserboys EP

Aiwo.


Daumen hoch. Zwischen Düsseldorf und Mühlheim entsteht mit kleinen, aber oho-en Labels wie Aiwo. eine Parallelwelt voller verspielter House-Musik, die schon einmal etwas von Pop, Wave, Italo-House und New Age-Ambient gehört hat. Nach dem Giraffi-Dog-Coup das zweite massive Highlight des Labels und die Schubladen bleiben weiter ohne Etikett.

07
Baba Stiltz
Showtime EP

XL Recordings


Als wäre Gonjasufi in einen schnieken Anzug gesteckt worden. Der stolpernde, weirde, manchmal schläfrig wirkende, aber definitiv exzentrische Pop-Not-Pop des Barnhus-Producers empfiehlt sich als Bar-sänger für Schuppen, in denen man mit Fragezeichen in den Gesichtern und einem Whisky begrüßt wird.

08
Erregung Öffentlicher Erregung
TNG

Euphorie Records


Im letzten Jahr früh zu heimlichen Podcast-Helden geworden, ist das Hamburger Quintett um Sängerin Anja Kasten mit ihrer ganz eigenen Star-Trek-EP zurück, die natürlich keine ist, aber das Motiv der „Next Generation“ aufgreift. Der krautige Post-Punk mit smarten Texten ist jetzt zum zweiten Mal ein absoluter Gewinn für Gitarrenmusik aus Deutschland.

09
Peggy Gou
Once EP

Ninja Tune


Dass „It Makes You Forget“, dieser stolpernde Mix aus Balearic-House, koreanischem Gesang und Peaktime-Lust, ein so großer Hit werden würde, dass sogar die hier geschätzten The Orielles ein Cover spendieren, muss man auch erst einmal schaffen. Der Favorit ist allerdings der smoothe 90s-Retro-Banger „Han Jan“, der nicht zuletzt dank Gous Rap-Einlage nicht mehr aus dem Ohr will.

10
Laurel Halo
Raw Silk Uncut Wood

Latency Recordings


2017 noch hatte Halo an gleicher Stelle das Album-Game gewonnen, dieses Jahr legt sie mit einer EP nach, die von „Dust“ nicht weiter entfernt sein kann. Sanfter, leicht verfremdeter Free-Jazz, Ambient und ein Spannungsbogen, der gerade gegen Ende diese halbe Stunde zu einer abenteuerlichen Reise werden lässt.

11 – 15

11) Lord Tusk – Communique EP
12) Pom Pom – untitled
13) FaltyDL – Three Rooms EP
14) Princess Nokia – A Girl Cried Red
15) DJ Playstation – 1994 EP

Was gab’s noch? Lord Tusks gespenstischer Zeitlupen-Electro-Funk war 2018 konkurrenzlos, die kraftvolle Rückkehr von Techno-Enigma Pom Pom (und dann auf Ostgut) wurde zu einem echten Ereignis in fünf Akten, FaltyDL, der in diesem Jahr gleich zwei EPs unter das Volk brachte, lässt den Klang dreier Club-Räume auf seiner Konzept-EP spürbar werden, während die Emo-EP von Princess Nokia hier einen echten Nerv getroffen und von vorne bis hinten sein Thema mitgenommen hat und die zusammengesampelten Breakbeat-Mysterien von DJ Playstation (auch dieses Jahr kommen wir um diese Namen nicht herum) sich ihrem Cheese-Faktor mit offenen Armen ergeben.

16 – 20

16) Mark – Integrier Dich Du Yuppie
17) Jacques Greene – Fever Focus
18) Joy O & Ben Vince – Transition 2/Systems Align
19) Lone – Ambivert Tools, Vol. 4
20) Robag Whrume – Wuzzelbud FF

Grimmige Jungle- und DnB-Roller des Berliners Mark, der das Thema Uferhallen in langen, knittrigen Bass-Tracks verhandelt, Jacques Greene bringt Acid Techno und Ambient in seinen leuchtenden Wonky-House, Joy O holt sich mit Ben Vince einen waschechten Saxofonisten auf seine zitternden, deepen House-Tracks, Liebling Lone schließt seine Ambivert-Tools-Reihe mit drei weiteren hell leuchtenden spacigen Tracks ab und Robag Whrume bringt mit dem inoffiziellen Wuzzelbud-Nachfolger seinen Peaktime-Techno zurück.

21 – 25

21) Family Reunion – J
22) Sophia Kennedy – Being Special
23) Smerz – Have Fun EP
24) SW:SVN – AMB1805
25) VA – Panorama Bar 07 01 / 02

Es war auch ein bisschen das Jahr von Jackie Carlson, deren „J“-EP ein erster Vorgeschmack auf den süchtig machenden Indie-Pop von Family Reunion lieferte, während der Nachklapp zu Sophia Kennedys hervorragendem Album zwei B-Seiten auf Champions-League-Niveau abwarf, der experimentelle, nicht greifbare RnB von Smerz das Genre weiter belebt, Apollo Records mit der gemeinsamen Ambient-Bass-EP von SW:SVN weiter einen Lauf hat und die beiden Compilation EPs zum kommenden Panorama-Bar-Mix u.A. Ross From Friends und FaltyDL erneut nach vorne bringen.

26 – 30

26) doon kanda – Luna EP
27) Gantz – Dying On Acid
28) Flame 1 – Fog / Shrine
29) Carla dal Forno – Top Of The Pops
30) Nathan Micay – Whities 017

Neben seiner Skulpturen-Arbeit (u.A. für Björks Albencover) ist Jesse Kanda auch musikalisch unterwegs und fördert düstere Bass-Experimente nach oben, Gantz bastelte erfolgreich an Acid-Grime, die Kollaboration von Burial und The Bug klingt genauso verwaschen, düster und beeindruckend wie erwartet, auf ihrer Cover-EP verwandelt Carla dal Forno u.A. Lana Del Ray in gespenstischen Slow-Pop und auf dem großartigen House-Label Whities durfte in diesem Jahr Nathan Micay alias Bwana überzeugen.

31 – 40

31) The Maghreban – Monster VIP
32) Krystal Klear – The Division
33) Negative Gemini – Bad Baby
34) Frits Wentink – Two Bar House Music & Chord Stuff, Vol. 2
35) Denzel Himself – Baphomet James
36) Gerry Read – Preventing Violence Against Ears
37) Overmono – Raft Living
38) The Orielles – Bobbi’s Second World
39) Terremoto – The Bridge
40) Sieren – Fading Memory

Und auch auf euch wollte ich natürlich nicht verzichten. Die gesamte TOP 40 gibt es in der oben verlinkten Playlist.

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